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Uhren ABC

Das kleine Uhren ABC 
a.m. Anzeige, die häufig auf Digitaluhren zu finden ist. a.m. (ante = vor, meridiem = Mittag) bezeichnet den Zeitraum von Mitternacht bis zwölf Uhr mittags. p.m. (post = nach) steht für die Zeit von Mittag bis Mitternacht.

Abfall Als Abfall bezeichnet man die Einstellung der (Pendel-)Uhr. Dieser soll so sein, daß ein gleichmäßiges Ticken erfolgt.

Abgleichschrauben Am Unruhreif werden außen Abgleichschrauben angebracht, durch Hinein- bzw. Herausdrehen der Schrauben wird der Außendurchmesser des Unruhreifs geringfügig verändert und somit das Gangergebnis der Uhr beinflußt. Dieses Verfahren wird heute kaum noch verwendet, so daß Uhren mit Schraubenunruh als Rarität gelten.

Absehe Visierhilfe: Kleine Plättchen mit Sehschlitzen oder -löchern

Achtageuhr Müssen nur alle acht Tage aufgezogen werden. Sie haben ein größeres Federhaus und meist ein zusätzliches Zahnrad im Räderwerk.

Acrylglas Werkstoff für Uhrengläser, besser bekannt unter der Bezeichnung Plexiglas. Uhren aus den fünfziger und sechziger Jahren wurden fast ausschließlich mit Plexigläsern ausgestattet.

Alabaster (der)Spezielle marmorähnliche Gipssart; Farbe: weiß bis grau, gelblich, rötlich, grünlich; auch marmoriert. Er ist wegen seiner leichten Bearbeitbarkeit ein bevorzugter Werkstoff in der bildenden Kunst.

Alhidade Visiereinrichtung an Winkelmessinstrumenten: Auf einem drehbaren Zeigerarm sind zwei Absehen angebracht, durch die hindurch ein Ziel, z.B. ein Gestirn, anvisiert werden kann.

Altaruhr Tischuhren, gelegentlich auch Monumentaluhren, deren Gehäusefront mit Säulen und Sprenggiebel, gelegentlich sogar mit gemaltem Altarblatt, dem Vorbild barocker Altäre folgt. Altaruhren wurden während des 17. Jahrhundert vornehmlich in Italien, jedoch auch in Süddeutschland, angefertigt, sehr oft auch als Nacht(licht)uhren..

Analemmatische Sonnenuhren Horizontale Gnomonuhren, bei welchen der schattenwerfende Stab innerhalb des Zifferblattes auf das Tagesdatum gestellt wird.

Analoganzeige Angabe der Zeit durch Zeiger im Gegensatz zur Digitalanazeige (Zahlenanzeige).

Analog-Uhr Herkömmliche Uhr mit Zifferblatt und Zeigern.

Anglierung Kanten einer geschliffenen Fläche, auf 45 Grad abgeschrägt und poliert.

Anker Der Anker stellt die Verbindung zwischen Räderwerk und Unruh her. Durch wahlweises Eingreifen der Ein- oder Ausgangsseite in das Gang- oder Hemmungsrad führt der Anker einen gleichmäßigen Ablauf des Uhrwerks herbei. Der Anker zählt zu den am meisten strapazierten Teilen im mechanischen Uhrwerk.

Ankerhemmung Bei dieser Hemmung schwingt die Unruh nach dem Anstoß ohne jede Verbindung zum Räderwerk. Dadurch konnte die Genauigkeit tragbarer Uhren wesentlich gesteigert werden. Seit ihrer Erfindung um 1765 durch den Engländer Thomas Mudge wurde die freie Ankerhemmung ständig verbessert. Sie befindet sich heute in fast allen mechanischen Armbanduhren.

Ankerhemmung, rückführende Erfunden in England im letzten Viertel des 17. Jahrhunderts in Verbindung mit dem Sekundenpendel; sie brachte beträchtliche Genauigkeitsverbesserungen gegenüber der Spindelhemmung. Da die Achsen des Hemmungsrads und der Ankerwelle parallel sind, ist die Anfertigung einfacher.

Ankerrad Es bildet zusammen mit dem Anker die Hemmung und ist das letzte Rad im Räderwerk..

Äquation Zeitgleichung: Differenz zwischen der WOZ (wahre Ortszeit) und der MOZ (mittlere Ortszeit), verursacht durch die elliptische Erdumlaufbahn. Die Sonnenuhr nennt die wahre Ortszeit, die Räderuhr die mittlere Ortszeit.

Äquatoriale oder Äquinoktiale Sonnenuhr Das Zifferblatt oder der Ziffernring muss mittels einer geeigneten Einrichtung (Quadrant) äquatorparallel auf die korrekte Polhöhe eingestellt werden, der Polstab steht senkrecht zum Zifferblatt, d.h. erdachsparallel. Die notwendige Südorientierung erfolgt mit dem Kompass.

Äquinoktialstunden Einteilung des Tages in 24 gleichlange Stunden, deren Länge nicht von der jahreszeitlich bedingten Tageslänge beeinflusst ist (im Gegensatz zu den Temporalstunden).

Äquinoktien Tag- und Nachtgleichen im Frühling (21. März) und Herbst (23. September). Die Daten können sich wegen des Schaltjahres um einen Tag verschieben.

Astronomische Stunden 24-Stunden-Teilung des Tages wie Äquinoktialstunden

Aufzugwelle Eine Stahlwelle mit verschiedenen Ansätzen und einem Vierkant, auf welchem sich die Krone zum Aufziehen und zur Einstellung der Zeiger befindet. Die Welle ist mittels eines Ansatzes und eines Zapfens in den Platinen gelagert.

Automatik -> Selbstaufzug.

Automatikuhr Als automatische Uhr bezeichnet man eine Armbanduhr, deren Zugfeder durch die Armbewegungen des Uhrenträgers aufgezogen wird. Dies geschieht durch einen Rotor, der sich bei Armbewegungen – den Gesetzen der Schwerkraft folgend – dreht.

Autoquarz-Antrieb Vom japanischen Großhersteller Seiko entwickelte Verbindung von automatischem Antrieb und Quarzregelung des Gangs. Dadurch läuft die Uhr batteriefrei und dennoch quarzgenau. Auch ein Handaufzugs-Modell mit Quarzregelung ist inzwischen auf dem Markt.

Babylonische Stunden = griechische Stunden. Einteilung des Tages in 24 gleichlange Stunden, Beginn der Stundenzählung mit 0 Uhr bei Sonnenaufgang. Die Nachtstunden von 18 bis 0 Uhr entfallen auf den Zifferblättern

Baguettewerk Ein besonders schmales Werk, das für sehr kleine Damenuhren verwendet wird.

Beobachtungsuhren (B-Uhr; Deckuhr)
Tragbare Uhr in Taschenuhrform, vorwiegend für navigatorische Zwecke bestimmt. B-Uhren müssen einen amtlichen Gangschein besitzen; dazu unterliegen z. B. Glashütter B-Uhren u.a. einer ‘Großen Prüfung’ (Gang- und Temperatur- sowie Lageverhalten), die 60 Tage dauert (Chronometerzertifikat) , und einer ‘Kleinen Prüfung’ von 12 Tagen.

Bläuen Künstliche Oxydation von Stahlteilen, etwa von Zeigern, die mindestens seit dem 16. Jahrhundert gebräuchlich ist. Die polierten Teile werden so lange vorsichtig erhitzt, bis der gewünschte - blau-violette - Farbton erreicht wird.

Bodenstanduhr Zusammenfassende Bezeichnung sämtlicher Großuhren, deren Gehäuse auf dem Boden steht. Bodenstanduhren sind fast immer gewichtsgetrieben. Typologisch sind sie aus dem seit dem 16. Jahrhundert die Gewichte schützenden Holzkasten entstanden. Durch den Einbau des langen Pendels entwickelten sich die eigentlichen Bodenstanduhren, die seit dem Ende des 17. Jahrhunderts gebaut werden.

Bogenzifferblatt Rechteckiges Zifferblatt mit oben eingezogenem Bogenfeld.

Böhmische Stunden = italienische Stunden. Einteilung des Tages in 24 gleichlange Stunden, Beginn der Stundenzählung mit 0 Uhr bei Sonnenuntergang. Die Nachtstunden von 0 bis etwa 7 Uhr bleiben auf den Zifferblättern frei.

Brünieren Färbung von Metall durch Chemikalien, um einen bestimmten Farbton zu erzeugen. Sehr gebräuchlich bei Bronzen. Bügel Beweglicher Ring am (Taschenuhr-) Pendant, in den die Uhrkette eingehängt wird. Der Bügel kann zugleich auch als Schutz für das Rädchen (Krone) dienen, mit dem man die Taschenuhr aufzieht.

Bürgerliche Stunden = kleine Uhr: Einteilung des Tages in 2 x 12 Stunden

Cabochon Rundgeschliffener Zierstein, manchmal als Abschluß einer Aufzugskrone eingesetzt.

Caliber Als Caliber (Kaliber) bezeichnet man in der Uhrmacherei ein bestimmtes Uhrwerk.

Champlevé-Technik Technik zur Anfertigung von Uhrenzifferblättern (vorwiegend im 17. und 18. Jahrhundert). Aus einer polierten Gold- oder Silberplatte werden mit einem feinen Stichel Felder ausgeschabt, bis sie matt wirken. Die für die Indikationen benötigten Flächen bleiben stehen.

Chronograph Bezeichnung für eine Stoppuhr (griechisch: chronos = Zeit und grapho = ich schreibe) mit Auslösemechanismus in Kombination mit einer normalen Uhr.
Die meist mechanische Stoppvorrrichtung an einer Taschen- oder Armbanduhr für die Messung kleinerer Zeitabschnitte.
Chronographenzähler messen die Kurzzeit meist über 30 Minuten, 12 oder 24 Stunden mit 1/1 oder 1/100 Sekunde.

Chronometer (griech. Zeitmesser) Besonders exakt gehende Uhren, deren hohe Ganggenauigkeit durch das Zertifikat eines Chronometer-Prüfungsinstituts bescheinigt worden ist. Geprüft werden Chronometer etwa von der Sternwarte in Hamburg. Taschen-, Armband- und Schiffschronometer sowie Beobachtungsuhren können dieses Zertifikat erhalten.
Chronometer dürfen sich nur jene Uhren nennen, die aufgrund ihrer Präzision und hervorragender Zeitmeßergebnisse amtlichen Prüfungen standgehalten haben. Diese Prüfungen dauern 15 bis 22 Tage, die Uhren werden dabei in verschiedenen Temperaturen und Lagen getestet. Wenn bei diesem Test bestimmte Gangabweichungen nicht überschritten werden, stellt das prüfende Institut einen Gangschein aus. So muß z.B. der mittlere tägliche Gang eines Chronometers in fünf Lagen im Bereich von –4 Sekunden/Tag bis +6 Sekunden/Tag liegen.
Chronometer-Hemmung
Von Pierre Le Roy (1717 - 1785) 1748 entwickelte freie Hemmung, die häufig in Schiffschronometern verwendet wurde. Auch heute noch wird sie in abgewandelter und verbesserter Konstruktion gebraucht.
Man unterscheidet die Chronometerhemmung mit Feder (meist in Schiffs- und Großuhren) und die Chronometerhemmung mit Wippe (meist in Taschenuhren).
Bei der Chronometerhemmung mit Feder hält der an der Feder befestigte Ruhestein das Hemmungsrad an, bis der an einem Teller an der Unruhwelle befindliche Auslösestein die Feder anhebt und damit den Ruhestein aus dem Hemmungsrad herauszieht, das sich dann weiter dreht und mit einem Zahn auf den an dem Teller befestigten zweiten Stein, den Antriebsstein, fällt und die Unruh antreibt. Diese erhält beim Zurückschwingen jedoch keinen Antrieb. Er erfolgt nur bei jeder zweiten Schwingung (freie Hemmung).

Chronometrie Wissenschaftliche Zeitmesskunde. Hierzu gehören alle die Zeitmessung betreffenden Gebiete, wie die astronomische und physikalische Zeitbestimmung, die Zeitberechnung, die Zeitübertragung sowie Uhrentechnik.

Ebauche (franz. Rohwerk)
In Massenfertigung in der Schweizer Uhrenindustrie des 19. Jahrhunderts hergestellte einbaufertige Teile eines kompletten Taschenuhrwerkes, das von Monteuren und dem Finisseur (Endfertiger) zusammengesetzt wurde. Die fertige Uhr mußte dann von einem Uhrmacher sorgfältig nachgearbeitet (repassiert, ‘abgezogen’) werden.
Echappement (franz. Échapper = entwischen) Der französische Ausdruck für Hemmung. Früher häufige Bezeichnung für eine komplette Unruh/Hemmung. Ein Hemmungssystem besteht aus drei Teilen: Gangrad, Anker und Balance. Ein Echappement kann für verschiedene Uhren mit passendem Räderwerk verwendet werden.

Edelstahl Ein nichtrostender Stahl, der heute in der Uhrenindustrie nicht mehr wegzudenken ist. Edelstahl kann eine Legierung von Nickel und Chrom oder auch Molybdän und Wolfram mit Stahl sein. Edelstahl wird etwa seit Beginn der dreißiger Jahre in der Uhrmacherei verwendet.

Eingriff Die Uhrmacherei bezeichnet mit diesem Begriff das Eingreifen eines Zahnrads oder eines sonstigen Getriebeelementes in ein anderes.

Einstellring Ein drehbarer Ring am Außenrand eines Uhrgehäuses, welcher der Ermittlung zusätzlicher Meßwerte dient. Dies kann beispielsweise die Funktion einer Weltzeit oder auch das Messen von Tauchzeiten sein.

Eisen Bei Uhren Bezeichnung für Stahl, der bis über die Mitte des 16. Jahrhunderts bei den Räderuhren das einzige Material für Werk und Gehäuse war.
Vom 13. bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts wurde ausschließlich Eisen zur Herstellung von Uhrwerken und Uhrengehäusen verwendet. Eisen war damals ein wertvolles Metall, heute gelten Eisenuhren als beliebte Sammlerstücke.

Eisenbahneruhr (Kursuhr) Übergroße Dienst-Taschenuhr mit robustem Metallgehäuse und einem hochwertigen Ankerwerk, die früher dem Zugführer zur präzisen Einhaltung des Fahrplans diente.
Robuste, in der Konstruktion einfache, aber zuverlässige Taschenuhren, die bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts gebaut wurden. Sie wurden oftmals von Eisenbahnern verwendet und tragen deshalb auf dem hinteren Deckel eine eingravierte Eisenbahn.

Elinvar Speziallegierung, die sich wegen ihres besonders kleinen Ausdehnungskoeffizienten zur Herstellung von Unruhspiralen eignet.
Ewiger Kalender Kalendermechanismus, der auch die wechselnde Länge des Februars und die Schaltjahre berücksichtigt. Heute vornehmlich in extrem hochwertigen

Gabel Verbindungsteil zwischen Spindel- bzw. Ankerwelle, an der sie befestigt ist, und dem Pendel, das durch den aufgeschnittenen Teil der Gabel mit seiner Stannge hindurch geführt wird. Die Gabel gibt an das Pendel die Kraft weiter, durch die es in Schwingungen gehalten wird.

Gang Der Gang ist der Unterschied zwischen zwei abgelesenen Uhrenständen bei 1 Tag Differenz.

Gangabweichung Aufgrund unterschiedlicher Umwelteinflüsse wie Temperatur oder Lage des Werkes kann der Gang unterschiedlich ausfallen. Die Gangabweichung drückt den Unterschied zwischen zwei gemessenen Gängen aus.

Gehäuse Schützende und schmückende Verkleidung des Uhrwerks aus verschiedenen Materialien.

Greenwicher Zeit (Weltzeit, Westeuropäische Zeit, Universalzeit Abk. UT Mittlere Ortszeit am Null-Meridian der Erde, der durch Greenwich (bei London, England) geht.

Gregorianischer Kalender 1582 von Papst Gregor XII. mit der Kalenderreform eingeführt. Durch die Änderung der Schaltjahresregelung wurde die Länge des Jahres dem Sonnenlauf angepaßt, um die seit Einführung des julianischen Kalenders entstandene Abweichung von zehn Tagen zu korrigieren

Immerwährender Kalender Mehrscheibige Skaleninstrumente, auf denen nach Einstellung einer Jahresfixgröße (Sonntagsbuchstabe oder Goldene Zahl) alle wesentlichen Jahresdaten ablesbar sind.

Kalenderjahr Heute weithin geltende Kalendergrundlage. Es umfaßt genau 365 Tage und erhält alle 4 Jahre (die nicht durch 400 teilbaren vollen Jahrhunderte - 1700, 1800, 1900, 2100 usw. -ausgenommen) einen Schalttag (29. Februar), um die über die 365 Tage hinausgehenden 5 Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden des mittleren Sonnenjahres auszugleichen.

Kalenderuhr
Uhren mit Datumsanzeige. Häufig werden auch Wochentag, der Monat und sogar das Jahr angegeben. Kalenderangaben finden sich schon bei frühen Großuhren der Gotik und Renaissance, und werden bei zahlreichen Stock- und Bodenstanduhren sowie bei Taschenuhren angebracht.

Kaliber Bezeichnung für die Abmessungen eines Uhrwerkes, heute häufig synonym für Werk verwendet.

Kette Überträgt die Federkraft auf die Schnecke.

Klappsonnenuhr Tragbare Sonnenuhr. Sie wird waagrecht aufgestellt und mit dem eingebauten Kompaß nach Norden ausgerichtet. Der Schatten des Fadens zeigt die Wahre Zeit auf zwei Flächen.

Kleine Sekunde Sekundenanzeige, die dezentral, also nicht in der Zifferblattmitte erfolgt.

Kompensationsunruh Temperaturschwankungen stören auch die Ganggenauigkeit der Unruh erheblich. Sie können durch Bimetallunruhen ausgeglichen werden. Zwei geeignete Metalle sind miteinander verlötet, wie eine Unruh gebogen und an den Schenkeln aufgeschnitten. An den losen Enden sind Gewichte angeschraubt. Wird es wärmer und damit die Spirale weiter, geht die Uhr langsamer - gleichzeitig biegen sich jetzt aber die Bimetallstreifen nach innen zur Unruhwelle hin und beheben damit den Fehler.

Linse Kreisförmige, meist gewölbte Scheibe am unteren Ende eines Pendels. Durch das Verschieben der Linse kann die Schwingungsdauer des Pendels verändert und so der Lauf der Uhr reguliert werden.

Lünette Ring aus Metall mit einer Nut, in die das Uhrglas eingelegt wird.

Malteserkreuzstellung
Ein spezieller Typ von Stellung; ihre Bezeichnung rührt von einem dabei verwendeten Zahnrad in Malteserkreuz-Form her.

Manufaktur Hersteller, der sowohl das Werk als auch die weiteren wesentlichen Teile der Uhr selbst anfertigt. (Ein recht umstrittener Begriff, da er eine exklusive Auslese unter den zahlreichen Anbietern herbeiführt. Deshalb sehr begehrt und aus Werbegründen gerne beansprucht, obwohl nicht immer zu Recht.

Mechanische Uhr Klassischer Uhrentyp ohne elektronisches Schwingungssystem.

Messing Kupfer-Zink-Legierung, die seit etwa der Mitte des 16. Jahrhunderts für die Anfertigung von Teilen des Uhrwerkes und Gelegentlich auch der Gehäuse benutzt wird.

Mikrorotor Kompakter Schwungrotor einer Automatikuhr, der durch seinen kleineren Durchmesser in das Uhrwerk integriert werden kann und dadurch die Gehäusehöhe voll ausnutzen kann.

Mineralglas
Mineralisches Uhrglas (Härte 5 Mohs), nicht kratzfest.

Minute (lat. minuere = vermindern) Der 60. Teil einer Stunde und der 1440. Teil eines Tages. Die gleiche Teilungen gelten auch für die Sternzeit. Die Teilung zu 60 Minuten oder 60 Sekunden wie auch die des Kreises zu 360 Grad sind Relikte des babylonischen Sexagesimalsystems, das auf den Zahlen 1 bis 60 beruhte.

Missweisung = magnetische Missweisung oder Deklination. Abweichung der Magnetnadel im Kompass von der Nord-Südlinie, bedingt durch die unterschiedlichen Orte des geographischen und des magnetischen Nordpols. Da der magnetische Pol mit dem magnetischen Feld der Erde wandert, ändert sich auch die Abweichung der Magnetnadel im Kompass im Lauf der Zeit.

Mitteleuropäische Zeit (MEZ)
Mittlere Ortszeit (Zonenzeit) des 15. Längengrades, der u.a. bei Falun, durch Görlitz, Zagreb und Südkalabrien verläuft. Sie gilt u.a. für Deutschland, Österreich, Schweden und Italien.

Mondphasenuhr Zusätzlich zur Uhrzeit wird auch die Mondphase angezeigt.

Pariser Pendulenwerk Ein trommelförmiges Acht-Tage-Uhrwerk mit Pendel und Stunden-/Halbstunden-schlagwerk. Diese Werke wurden im 19. Jahrhundert in großen Stückzahlen gebaut.

Pendant Knopf am Taschenuhrgehäuse - meistens über der Zwölf. Er dient als Halterung für den Bügel.

Pendel
Gangregler, der von Christian Huygens (1629 - 1695) im Jahre 1656 mit einer Wanduhr zur Erhöhung der Ganggenauigkeit verbunden worden ist. Besteht aus Stange und Pendellinse. Mit einer Verschiebung der Linse (nach oben = schneller/nach unten = langsamer) erreicht man eine Grobregulierung der Ganggeschwindigkeit, weshalb auch zahlreiche frühe Räderuhren des 17. und 18. Jahrhunderts auf Pendel umgebaut worden sind.

Pulsometer Uhrenskala, die die Ablesung der Pulsschlagfrequenz pro Minute ermöglicht.

Quarzuhr Zeitmesser, in dem weder Feder, Unruh noch Hemmung vorhanden ist. In einem Quarzwerk wird ein Kristall zum Schwingen gebracht. Die gleichmäßige Schwingung wird nun genutzt, um mit Hilfe eines Chip, also einer integrierten Schaltung, einen Motor anzutreiben. Im Rhythmus der zugeführten Impulse dreht dieser ein Räderwerk. Vorteil ist die sehr hohe Ganggenauigkeit und der geringe Platzverbrauch

Regulator Pendeluhr mit Gewichtsantrieb und Kompensationspendel. Bei diesem Uhrentyp dominiert als einziger großer Zeiger der Minutenzeiger, während Stunden- und Sekundenzeiger sich jeweils dezentral in kleineren Zifferblattbereichen drehen
Der Begriff Regulator wird jedoch nicht nur für Präzisionspendeluhren verwendet, sondern auch für (Wiener) Wanduhren mit Pendel und Feder/Gewichtsantrieb in hochrechteckigen, dreiseitig verglasten Gehäusen, die Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts massenhaft hergestellt wurden.

Regulierung Feineinstellen einer Uhr mit mechanischem Schwingsystem. Es gibt unterschiedliche Verfahren und Qualitäten: Bei normaler Regulierung wird der Gang der Armbanduhr mit "Zifferblatt oben" und "Krone oben" gemessen und auf maximal 30 Sekunden Gangabweichung eingestellt. Bei Regulierung in verschiedenen Lagen wird in 2, 5 oder 6 Lagen reguliert, etwa horizontal: "Zifferblatt oben" (ZO), "Zifferblatt unten" (ZU) und vertikal: "Krone oben" (KO), "Krone links" (KL), "Krone rechts" (KR), "Krone unten" (KU). Bei Regulierung der Temperaturkompensation wird der Gang jeweils 24 Stunden bei 4°C, 20°C und 36°C gemessen und reguliert.

Sanduhr Erst nach Erfindung relativ durchsichtigen Glases im 15. Jahrhundert aufgekommene Zeitmesser aus zwei mit der Öffnung gegeneinanderstehende Glasbirnen. Eine bestimmte Menge Blei- oder Marmorsand rinnt von einem Glasgefäß in das andere.
In Venedig und Nürnberg, den beiden Städten, in denen Sanduhrmacher mehrfach erwähnt werden, wurden auch Sanduhren mit zwei, drei und vier Doppelgläsern hergestellt, die nebeneinander verschiedene Zeiten angeben können.
Eine besondere Form der Sanduhr ist die Kanzeluhr, die bei Predigt en verwendet wurde.

Sanduhren Zeitweiser, bei welchen die durch ein Lochplättchen oder eine andere Verengung abfließende Sandmenge einen immer konstant bleibenden Zeitabschnitt angibt.

Saphirglas
Wertvolles künstlich hergestelltes Glas mit höchster Härte und Kratzfestigkeit (9 Mohs), die nur von Diamant übertroffen wird.

Schiffschronometer
Auf Schiffen seit dem 17. Jahrhundert mitgeführte Uhren, meist mit Chronometerhemmung und Kardanischer Aufhängung des Werkgehäuses. Benutzt werden Schiffschronometer zur Längenbestimmung auf See.

Schnellschwinger Uhren mit 28 800 oder 36 000 Halbschwingungen der Unruh pro Stunde nennt man Schnellschwinger.
Schwarzwälder Uhren Im Schwarzwald seit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts hergestellte Wanduhren mit Gewichtsantrieb. Anfänglich wurden die Werke fast vollständig aus Holz gefertigt, mit der Waag als Gangregler, und besaßen seit etwa Mitte des 18. Jahrhundert fast immer Pendel. Der Kuckuckruf, durch einen Blasebalg erzeugt, wurde schon seit dem frühen 18. Jahrhundert eingebaut und galt seit dem späteren 19. Jahrhundert als charakteristisch für Schwarwälder Uhren.
Selbstaufzug 1780 von Abraham Louis Breguet (1747 - 1823) verbesserter automatischer Aufzug von Taschenuhren nach dem Prinzip des Schrittzählers: Ein an einem Hebel befestigtes und beim Tragen der Uhr auf- und abschwingendes Gewicht zieht über ein Gesperr die Feder auf. In modernen Armbanduhren vielfach verbessert und modernisiert bis hin als Strom-Generator für Quarzuhren.

Signatur Auf Werk oder Gehäuse angebrachter Name des Uhrmachers, des Gehäusemachers und häufiger des Verkäufers. Signaturen in unterschiedlichsten Formen sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Im 17. und 18. Jahrhundert tragen Uhren eine Signatur , die aber nicht immer eine genaue Datierung ermöglicht., weil der Name oft verschiedene Mitglieder einer Uhrmacherfamilie bezeichnen kann. Schon damals wurden gelegentlich falsche Bezeichnungen angebracht, die einen berühmteren Hersteller vortäuschen sollten.

Skelettierung
Um der Uhr ein filigraneres Aussehen zu verleihen, werden Brücken, Platinen, Zifferblätter und ggf. Rotoren so ausgesägt, daß möglichst wenig Material übrigbleibt und durch Uhrglas und Glasboden ein kunstvolles Ornament sichtbar wird. Besonders aufwendig ist dies bei Chronographen, die über beträchtlich mehr zu bearbeitende Teile verfügen als einfache Uhren. Skelettierte Werke werden oft noch mit feinen Gravierungen und Ziselierungen versehen. Es gibt manuelle und maschinelle (computergesteuerte) Skelettierung.

Skelettuhr Im späten 18. und im gesamten 19. Jahrhundert vorzugsweise in Frankreich und in England gefertigte Tischuhren unterschiedlicher Konstruktion, bei denen das Werk bewußt sichtbar gelassen und durch die Verwendung schmaler und durchfensterter Platinen gut zu übersehen ist.

Stoßsicherung Elastisch gelagerte Steinlager der Unruhwelle sorgen dafür, daß deren Zapfen bei Stößen und beim Herunterfallen der Uhr nicht brechen. Die gebräuchlichste Stoßsicherung ist heute Incabloc, eine weitere ist Kif-Flector.
Swiss made
Als Schweizer Uhr gelten Uhren, deren Werk in der Schweiz zusammengesetzt, in Gang gesetzt, reguliert und vom Hersteller kontrolliert worden ist, ferner wenn es mindestens 50% aller Bestandteile aus schweizerischer Fabrikation enthält (dem Wert nach gerechnet), und es in der Schweiz der dort geltenden technischen Kontrolle unterliegt.

Tachymeter Uhrenskala zum Messen der Geschwindigkeit. Wird bei einem Chronograph beim Passieren eines Kilometersteins der Sekundenzeiger gestartet, so zeigt dieser beim Erreichen des nächsten Kilometersteins auf der Tachymeterskala die Geschwindigkeit an.
Taucher-Uhr Uhren, bei denen die Wasserdichtheit maßgeblich ist. In der Regel sind diese Uhren bis mindestens 100m Tiefe (10 bar Druck) wasserdicht. Ferner spielt die Ablesbarkeit eine wichtige Rolle, ebenso eine nur in einer Richtung drehbare Lünette zum Einstellen der Tauchzeit.
Tourbillon Taschenuhr mit Drehgestell, das sich, wenn es vom Sekundenrad angetrieben wird, mit der Unruh und Hemmungsteilen einmal in der Minuten dreht und eine Unwucht des Unruhsystems und damit Lagefehler ausgleicht. Diese Konstruktion wurde erstmals von Abraham Louis Breguet (1747 - 1823) ausgeführt. Vom Zwischenboden (Kleinbodenrad) angetriebene Drehgestelle drehen sich je nach Übersetzungsverhältnis in 5 bis 10 Minuten, vom Minutenrad getriebene Drehgestelle nur einmal in der Stunde. Sie sind erstmals in England von Bonniksen gebaut worden und werden Karusselluhren genannt.
Tritium Leicht radioaktives Leuchtmaterial zur Markierung auf dem Zifferblatt, heute aufgrund der harmlosen Strahlenbelastung anstelle von Radium verwendet.
Unruh Taktgebendes Schwungrad, das das gleichmäßige Vorrrücken der Zeiger über das Räderwerk ermöglicht

Windrose Markierung der Himmelsrichtungen am Boden eines Kompasses. Wird die Nordmarkierung nach der Spitze der Kompaßnadel ausgerichtet, sind die Himmelsrichtungen ersichtlich. In der Windrose sind die Himmelsrichtungen oft durch die Namen der Hauptwinde in griechischer, lateinischer oder italienischer Sprache bezeichnet: Nord = Boreas (griech.), Septentrio (lat.) oder Tramontana (ital.); Ost = Apeliotes (griech.), Subsolanus (lat.) oder Levante (ital.); Süd = Notos (griech.), Auster (lat.) oder Mezzodi (ital.); West = Zephyros (griech.), Occidens (lat.) oder Ponente (ital.). Häufig sind auch die lateinischen Bezeichnungen Oriens für Ost und Meridies für Süd zu finden.
Zentralsekunde Im Gegensatz zur dezentralen Kleinen Sekunde in Zifferblattmitte angezeigte Sekunde.
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